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Länderbericht 2015/16 

Mainz, 18.02.2016

10. Oktober 2015: Erster Landesinklusionstag in Rheinland-Pfalz

Auf Initiative des Vereins „EINE Schule für ALLE – länger gemeinsam lernen“ hat ein breites Bündnis von 21 Organisationen unter dem Motto „Vielfalt ist Bereicherung für Alle“ ein umfängliches Programm zusammengestellt. Mehr als 200 Menschen nahmen an dem 1. Landesinklusionstag teil. Die GGG war mit einem gut besuchten Stand vertreten.

Neben vielen beeindruckenden Beiträgen muss die Präsentation von Dr. Luciana Fiocca und Dr. Ute Gebert, Amt für Menschen mit Behinderungen in der Provinz Bozen/Südtirol, besonders erwähnt werden. Sie zeigten die Entwicklungslinien des italienischen Schulwesens zu einem inklusiven Schulsystem auf.

Die Professoren Dr. Sven Jennessen und Dr. Michael Wagner von der Universität Koblenz-Landau erläuterten in ihren Beiträgen, dass auch mit dem geplanten (und inzwischen verabschiedeten) Landesgesetz zur Stärkung der inklusiven Kompetenz und der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften (IKFWBLehrG) die Lehrerinnen und Lehrer in Rheinland-Pfalz nur ansatzweise und völlig unzureichend auf die Tätigkeiten in einem inklusiven Schulsystem vorbereitet werden. Als Lösung können sie sich nur ein einheitliches Lehramt denken, das jedoch stufenbezogen ausgestaltet werden müsse.

11. November 2015: Lehrerbildungsgesetz verabschiedet

Das Landesgesetz zur Stärkung der inklusiven Kompetenz und der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften (IKFWBLehrG) ist am 11.11.2015 verabschiedet worden. Damit bekam es auch eine Rahmung, die nicht unpassend erscheint. Unsere Kritikpunkte bleiben bestehen: „In weiten Teilen ein eher überflüssiges Gesetz, das nicht nur das Lehramt Hauptschule nicht abschafft, sondern alle Lehrämter des dreigegliederten Schulwesens plus Förderschullehramt erhält – mit allen Konsequenzen für Ansehen, Karriere und Bezahlung. Kurz: Viel Flickschusterei, viel Appeasement, wenig Mut und schon gar kein großer Wurf. Eine Chance wurde vertan.“

Die Stellungnahme der GGG und einen Kommentar von Rosemi Waubert de Puiseau kann man hier finden.

Landtagswahlen 13. März 2016

Der Wahlkampf ist überschattet von der Flüchtlingsdebatte. Die derzeitige Kultusministerin vertritt in der Sache die vernünftige Position, dass alle Kinder in die allgemeinbildenden Schulen aufgenommen werden und zwar nicht über die Klassenmesszahlen hinaus. Das heißt in der Praxis, dass es keine besonderen Deutschklassen gibt, wie dies in anderen Bundesländern gemacht wird, sondern die Flüchtlingskinder vom ersten Tag an in den Klassenverband aufgenommen werden. Je nach Bedürftigkeit gehen sie für eine bestimmte Zeit in DaF-Kurse, um die nötigen Deutschkenntnisse so schnell wie möglich zu erlangen. Anders ist es bei den Jugendlichen ab ca. 15 Jahren, die im Rahmen eines speziellen zweijährigen Maßnahme zum Hauptschulabschluss geführt werden sollen. In der Bildungspolitik sind sich Bündnis 90 – Grüne, CDU und SPD einig, dass an den Schulen das Schild „Bitte nicht stören“ hängen sollte, wie man auf regionalen Wahlkampfveranstaltungen hören konnte. Die SPD verweist nur noch ganz leise auf Bestehendes – selbst der vollmundig angekündigte Weg zu einem „inklusiven Schulsystem“ (aus der Begründung für das Landesgesetz zur Stärkung der inklusiven Kompetenz und der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften (IKFWBLehrG)) kommt in dem Regierungsprogramm nicht mehr vor, die beiden anderen Parteien hingegen positionieren sich erfreulich deutlich. Die Fraktionssprecherin von Bündnis 90 – Grüne im Mainzer Stadtrat fordert die vierte IGS für Mainz, und für das Land macht Daniel Köbler, Vorsitzender der Landtagsfraktion, deutlich: „unser Fernziel ist, dass alle Schüler bis zur 10. Klasse in dieselbe Schule gehen.“ Erfreulich auch die CDU in Sachen Inklusion. Sie setzt sich für „nachhaltige Bildung“ ein, wozu „auch das gemeinsame Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder“ gehöre. Die CDU betont: „Flächendeckende Inklusion in allen Schulen (…) funktioniert nur im Schulterschluss zwischen Kommunen und Land.“ Zwar schiebt sie hier die Ressourcenfrage nach vorne, dennoch konstatieren wir, dass sie Inklusion in allen (!!!) Schulen will. Wir werden berichten, was das Papier wert war – nach dem 13. März 2016.

Gesamtschultag der GEW und GGG am 15. September 2016

Wir freuen uns, die Schulleiterin der IGS Wuppertal-Barmen, Bettina Kobanek-Meis für den Eröffnungvortrag ankündigen zu dürfen. Die IGS Wuppertal-Barmen ist Hauptpreisträgerin des Schulpreises 2015. Wir sind gespannt auf ihren Bericht, von dem wir uns viele Impulse für die Arbeit unserer IGSen erhoffen.

Donnerstag, 15.9.16, IGS Kurt Schumacher, Ingelheim/Rh. 9:00 – 16:00 Uhr.

15. September 2016: Jahresmitgliederversammlung der GGG-RLP

Im Anschluss an den Gesamtschultag findet die Jahresmitgliederversammlung der GGG Rheinland-Pfalz statt.


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